ZAHLEN, DATEN, FAKTEN Stadt Erkrath ( D-40699 )
Kreis Mettmann, Regierungsbezirk Düsseldorf, Land NRW
Telefonvorwahlen:
+49 (0) 211
Alt-Erkrath und Unterfeldhaus
+49 (0) 2104
Hochdahl
Bevölkerungszahl Stand 31. Mai 1999
Gesamt
49.113
Stadtteil Alt-Erkrath
13.935
Stadtteil Unterfeldhaus
6.392
Stadtteil Hochdahl
28.786
Höhe über NN:
Höchste Erhebung: 162 m, im Bereich der Gemeindegrenze Hochdahl / Haan, Gruitener Straße
Tiefster Punkt: 45 m, in der Düsselniederung, westlicher Stadtbereich
Geographische Lage der Stadt: 6° 56' östl. Länge,
51° 13' nördl. Breite
Ost-West-Richtung: 8,5 km
Nord-Süd-Richtung: 5,5 km
Gesamtfläche: 26,89 qkm
Wasserhärten:
Alt-Erkrath und Unterfeldhaus: Stufe 3 / 16,5 d.H.
Hochdahl:
Stufe 2 / 13,8 d.H.
DIE GESCHICHTE DER STADT ERKRATH
Die Stadt Erkrath in ihrer heutigen Form ist noch sehr jung. Sie wurde am 15. März 1966 gegründet und am 1.1.1975 im Rahmen der Kommunalen Neugliederung
durch den Zusammenschluß; der alten Stadt Erkrath und der Gemeinde Hochdahl neu gebildet. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der frühere Ortsteil Unterbach in die
Stadt Düsseldorf eingemeindet.
Erkrath ist eine Stadt auf historischem Boden, gelegen an den westlichen Ausläufern des Bergischen Landes, unmittelbar an dem weltberühmten Neandertal.
Der Name “Erkrath” taucht erstmalig 1148 in zwei Urkunden des Stiftes Werden auf. Dort werden Bernhard von Everkrothe, ein “Freischöffe” und Siegbert,
ein “Freier von Everekrothe”, erwähnt. 1237 wird ein Ritter Daniel de Erkerode genannt. Stammsitz dieser Familie war wahrscheinlich das “Haus Bavier”,
vormals “Schletzgut”, welches vor Jahren einer modernen Wohnanlage weichen mußte.
Im Jahre 1815 kam Erkrath mit dem Großherzogtum Berg zum Königreich Preußen. Damals zählte das Dorf nur 522 Einwohner. Aufschwung brachte der Bau der
ersten westdeutschen Eisenbahn im Jahre 1838. Heute noch besitzt Erkrath die steilste, ohne Zahnradstange betriebene Hauptstrecke Deutschlands.
Sie führt von Erkrath nach Hochdahl hinauf und wurde zuerst durch ein von einer stehenden Dampfmaschine gezogenes Seil, - ein Jahr später durch Lokomotiven als
Gegengewicht – überwunden. Daran erinnert die am Hochdahler Bahnhof aufgestellte Umlenkrolle. 1927 wurde der Seilzugbetrieb durch zusätzliche Dampflokomotiven
ersetzt. Erst mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Düsseldorf-Hagen im Jahre 1964 schaffte man die Steigung ohne weitere Hilfsmittel. Mit der Eröffnung der
Ost-West-S-Bahn am 28./29. Mai 1988 feierten die Bürger der Stadt gleichzeitig auch das 150jährige Jubiläum der Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Erkrath.
Um 1830 wurde Erkrath durch die Nutzung einer schwefelhaltigen Heilquelle vorübergehend zu einem bekannten Kurort. Voller Stolz sprachen die Vorfahren vom
“Bergischen Nizza”. Sie priesen es als Sommerfrische und Villenvorort von “Groß-Düsseldorf”; der Verkehrs- und Verschönerungsverein lobte es als Ruhesitz
für Rentner und pensionierte Beamte. Der Hymnus gipfelte in den Worten: Erkrath, die Lunge Düsseldorfs. Es wurde ein großes Kurhaus gebaut, dessen
Gebäude auf der Bahnstraße 18, ehemalige Polizeiwache, erhalten geblieben ist. Liegehallen, Badehäuschen und einige Badeteiche lagen im Kurpark.
Die Zeiten allerdings, da Erkrath als bekannter Kurort galt, der von Gicht- und Rheumakranken besucht wurde,sind endgültig vorbei. Die Heilquelle versiegte um 1870.
Am 1.6.1898 schied Erkrath aus der Landesbürgermeisterei Gerresheim aus und bildete, zusammen mit den Ortschaften Unterbach, Hochdahl und Bruchhausen, eine
eigene Bürgermeisterei.
Die Neuordnung des Landkreises Düsseldorf-Mettmann im Jahre 1929 brachte wesentliche Veränderungen. Die Gemeinde erhielt Teile von Morp und Ludenberg, verlor
aber Hochdahl und Bruchhausen.
Erkrath war ein Dorf, das durch die Landwirtschaft geprägt war und nur wenige Industrie- und Gewerbebetriebe besaß. Seinen Aufschwung erlebte Erkrath nach dem
Zweiten Weltkrieg. Die Gemeinde wuchs im Jahre 1963 auf 15.300 Einwohner an. Insbesondere durch Zuzug von Vertriebenen und Fachkräften für die
Erkrather Industrie mußten Wohnungen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Erkrath entwickelte sich zu einer Mittelstadt. Dies wurde nach außen durch Verleihung
der Stadtrechte dokumentiert. Durch Beschluß der Landesregierung vom 15.3.1966 wurde der Gemeinde Erkrath die Bezeichnung “Stadt” verliehen und in einem
Festakt am 28. Juni 1966 im ehrwürdigen und historischen Kaiserhof-Theater zu Erkrath die Urkunde durch den Innenminister Willy Weyer überreicht. Die Stadt Erkrath
beging mit einer Festveranstaltung in der Stadthalle am 28. Juni 1986 den 20. Jahrestag der Stadtrechteverleihung.
Der jetzige Ortsteil Hochdahl hat seinen Namen von dem Hof gleichen Namens übernommen, der in einem Schlickumer Zinsverzeichnis 1392 als “Ym Dale”
und 1416 “Uf dem Dahl” genannt wurde. Die Gemeinde führt diesen Namen allerdings erst seit 1938, nachdem der ursprünglich zu Erkrath gehörende Teil 1930
eingemeindet worden war. Bis dahin hieß sie “Millrath”. Dieser Name “Milroyde” wurde erstmals 1218 urkundlich genannt und bedeutet so viel wie Rodung des Milo.
Die Geschichte Millraths ist mit dem Hof “Schlickum”, der urkundlich 1050 erwähnt wird und somit ältester Siedlungspunkt Hochdahls ist, eng verbunden.
Im Ortsteil Hochdahl, mit nahezu 30.000 Einwohnern der größte Siedlungsschwerpunkt im Bereich der Stadt Erkrath, vollzieht sich – Anfang der sechziger Jahre auf
der “grünen Wiese” begonnen – eines der größten städtebaulichen Vorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen der Nachkriegszeit.
Zu diesem Zweck wurde auf Initiative des Landes von der ehemaligen Gemeinde Hochdahl, dem Kreis Mettmann sowie weiteren Gesellschaftern die
Entwicklungsgesellschaft Hochdahl gegründet, der neben der städtebaulichen Planung und der Erschließung von Bauflächen der gesamte Grundstücksverkehr mit
Bauträgern, Einfamilienhausbauherren und Gewerbetreibenden obliegt.
Erste städtebauliche Konzeptionen wurden vom Stadtplaner Professor Aloys Machtemes entwickelt und später durch das Büro Kuhn, Boskamp und Partner
veränderten Rahmenbedingungen angepaßt. Seit dem 1.1.1992 ist die Stadt Erkrath Alleingesellschafterin; das Entwicklungsziel ist inzwischen weitgehend erreicht.
Die Ortsbezeichnung Unterfeldhaus geht auf einen Hof zurück, der schon 1218 mit “Haus Unterbach” zusammen als Velthusen genannt wurde. Der Hof Oberfeldhaus
wurde später abgezweigt. Ursprünglich gehörte Unterfeldhaus wohl zum Besitz des Hauses Unterbach, da es von Konrad von Elverfeld 1461 mit Haus Unterbach an
Dolf von Quad verkauft wurde.
Die neue Stadt Erkrath mit ihren Stadtteilen Erkrath, Hochdahl und Unterfeldhaus ist eine schöne moderne Mittelstadt mit ca. 50.000 Einwohnern.
Erkrath gehört zum Kreis Mettmann und ist verkehrsgünstig gelegen zwischen den Großstädten Düsseldorf und Wuppertal (A 3/ A 46).
Die Stadt ist zugleich auch das Tor zum Neandertal und zum Bergischen Land.